Research themes

Bei meinen aktuellen Forschungsinteressen steht zum einen die Rolle von sozialen Orten in offenen Produzentennetzwerken im Vordergrund. Zum anderen interessiert mich die damit einhergehenden Funktionen dieser sozialen Orte für offene Innovationsprozesse mit Institutionen, Zivilgesellschaft und kleineren und mittleren Unternehmen sowie Großkonzernen.
Des Weiteren fokussiere ich mich auf die Frage, welche Rolle offene Werkstätten im Innovationsprozess einnehmen können und welche vielschichtigen, indirekten und direkten Wertschöpfungserträge dabei für Fragen der gesellschaftlichen Transformation möglich sind. Weitere Forschungsthemen sind: 
Geographien der Kreativwirtschaft  2006 – 2010: Zum Ende des Jahres 2006 begann am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig meine Auseinandersetzung mit den Thesen des US-amerikanischen Regionalökonomen Richard Florida zur sogenannten Creative Class und deren zunehmender Bedeutung als Standortfaktor. Als Post-Doc habe ich mit einer Forschungsgruppe am Leibniz-Institut für Länderkunde im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekts ACRE Antworten auf die Ausprägungen der sog. Creative Class erarbeitet.
Wertschöpfungskonfigurationen 2010 – 2012: Seit 2010 stelle ich mir in meinen Forschungsarbeiten die Frage nach der Konstituierung und Konfigurierung der Musikwirtschaft. Gerade in diesem Teilbereich der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigen sich strukturelle Umbauprozesse und die Effekte der Digitalisierung als auch neue standörtliche Muster der Wertschöpfung. Zwischen 2011 – 2012 habe ich mit Forschungskolleginnen und -kollegen aus den Disziplinen Geographie und Betriebswirtschaftslehre sowie Organisationssoziologie den Begriff Akustisches Kapital in die Diskussion eingebracht. Auf der Basis des Bourdieuschen Basiskonzepts Kapital zeigte ich, wie eine konzeptionell angeleitete Forschungsperspektive in der Lage ist, Wertschöpfungsformen der Musikwirtschaft zugleich raum- und zeitdynamisch abzubilden.
Field configuring Events 2012-2016: Dieser Forschungsansatz ist vor allem dadurch geprägt worden, dass verstärkt transdisziplinäre Perspektiven aus den Management- und Organisationswissenschaften aufgenommen und für die Humangeographie fruchtbar gemacht wurden (und umgekehrt). So stammen aus dieser Zeit meine Theoriearbeiten zu der Rolle des sozialen Feldes und ihrem Einfluss auf die Konfiguration von marktrelevanten Ereignissen, den sogenannten Field-configuring Events. Als Mitglied des DFG-geförderten Forschungsnetzwerkes „DFG Scientific Network Field-Configuring Events“ (am Lehrstuhl Prof. Sydow/Prof. Schüssler, FU Berlin) konnte ich die konzeptionellen Schnittstellen zu Nachbardisziplinen wie den Organisationswissenschaften, der Wirtschaftssoziologie und den Management Studies gewinnbringend für meine Arbeiten ausbauen.
Offene Orte der Produktion 2013 – 2016: Seit 2013 und verstärkt ab 2014 wende ich meine raumwissenschaftlichen Erkenntnisse auf assoziierte Themenfelder an. 2013 begann ich, in Kooperation mit den Fraunhofer-Instituten UMSICHT in Oberhausen und ISI in Karlsruhe, dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung IÖW in Berlin und der Universität Bremen, ein Forschungsprojekt zu neuen Begriffen, Konzepten und Kriterien der Wertschöpfungskonfiguration in sogenannten offenen Werkstätten. Offene Werkstätten werden dabei als „Reallabore“ für gemeinschaftliche Arbeit angesprochen, in denen einerseits Individuen der Zugang zu Fertigungstechnologien ermöglicht wird und andererseits Erfahrungen und Know-how ausgetauscht werden. Seit 2014 erfolgte sodann eine forschungsseitige Anwendung der von mir ermittelten (und im Folgenden erläuterten) Heuristik Wertschöpfungskonfigurationen im BMBF-geförderten Projektnetzwerk „Commons-based Peer Production in Offenen Werkstätten“ (COWERK, November 2014 – Oktober 2017).